» BEETHOVEN-FESTIVAL GNEIXENDORF «

Franz Schubert

Klassik
2026
Ab 34 €

» BEETHOVEN-FESTIVAL GNEIXENDORF «

Franz Schubert

„Mozart und Beethoven reichen bis zum Himmel – Schubert kommt von dort.“ Oskar Werner
Termine
Termine
19. Sep 26
Sa. 19:00
Krems-Gneixendorf
» BEETHOVEN-FESTIVAL GNEIXENDORF «Schloss Wasserhof | Schüttkasten
Schloss Wasserhof | Schüttkasten
Ab 34 €

Veranstaltung Infos

» Franz Schubert « Winterreise op. 89 D 911 Bo Skovhus – Bariton Nikola Djoric – Akkordeon Manfred Permoser – Moderation „Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus“ – diese Anfangsverse der ‚Winterreise‘ können als programmatisch für Schuberts Lebens-Reise gelten. Zentral steht für den Komponisten die Metapher des steten Wanderns als existenzieller Weg ins Innerste, in die Tiefen der eigenen Seele. Anders als bei dem 1823 entstandenen Liederkreis ‚Die schöne Müllerin‘ handelt es sich jetzt (nur ein Jahr vor seinem frühen Tod) sozusagen um eine Expedition auf psychischer Ebene, als ein ständiges erforschendes Umkreisen der eigenen Befindlichkeit: „Der einzige Fortschritt des Wanderers ist ein Fortschritt der Erkenntnis, die quälerische, von Rückfällen bedrohte Ablösung von seinen Erinnerungen. Immerfort auf der Suche nach Bestätigungen seines Zustandes, beobachtet er mit überwacher, schmerzend scharfer Sensibilität, bezieht als egozentrischer Melancholiker alles auf sich beziehungsweise wählt die Objekte so, dass sie als Spiegelbilder und Bestätigungen taugen.“ (Peter Gülke) ‚Winter‘ und ‚Reise‘ sind demnach im Sinne romantischer Ironie auch als Spätherbst des eigenen Lebens und mitunter als Pfad immer tiefer ins Unglück zu verstehen – so heißt es bereits im ersten Lied: „Ich kann zu meiner Reisen nicht wählen mit der Zeit, muss selbst den Weg mir weisen, in dieser Dunkelheit.“ Dergestalt erhält dieser Liederzyklus Parabelcharakter: Der Protagonist erscheint gleichnishaft, ja archetypisch als ein systematisch Nicht-Integrierter; eine klare Begründung für das Ausgeschlossensein bleibt vage. Gerade das Unausgesprochene sorgt allerdings dafür, dass dieses lyrische Ich als epochenüberschreitende Projektionsfigur so geeignet ist. Angesichts multipler Krisen kann Schuberts ,Winterreise‘ durchaus zeitlos auch als individuelles Bild der gegenwärtigen Moderne betrachtet werden – als „Ausdruck von Vertreibung, Migration, Isolation, von sozialer und gesellschaftlicher Entwurzelung und Depression“ (Corina Caduff).

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